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Liebe Besucherinnen und Besucher!

Wir begrüßen Sie in der Katholischen Kirche St. Nikolaus und freuen uns über Ihr Interesse an unserem Gotteshaus. Einige kurze Erläuterungen zu unserer Kirche und Ihrer Ausstattung sollen Ihnen die Symbolik der künstlerischen Interpretationen näher bringen.

1951 wurde die Gemeinde St. Nikolaus gegründet. Bis 1961 diente der Gemeinde eine Arbeitsbaracke als Notkirche. Die Grundsteinlegung für die neue Kirche erfolgte 1960, die am 29. / 30. 4. 1961 geweiht wurde. Entworfen wurde die Kirche von der Architektengemeinschaft H. Völker und R. Gosse. Viele Kirchen, die vor 1945 gebaut wurden, unterlagen der preußischen Bauordnung und mussten in die bestehenden Häuserfluchten integriert werden. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei St. Nikolaus um eine frei stehende Kirche mit anschließendem Gemeindehaus und Kindergarten. Dieses Bauensemble steht unter Denkmalschutz.

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Grundriß von St. Nikolaus


1 Altar / Altarkreuz

Der Altar ist der Mittelpunkt einer katholischen Kirche. Die Tischform weist auf die Mahlgestalt der Eucharistie hin.
Das Altarkreuz als Triumphkreuz / Bergkristalle deuten die Wundmale Jesu an.


2 Kommunionbänke – Hier empfangen die Gläubigen die Heilige Kommunion – ‚Verlängerung‘ des Altares


3 Ambo – Am Ambo wird das Wort Gottes verkündet. Er ist ein Lesepult, den man auch "Tisch des Wortes" nennt, weil an ihm das Wort Gottes ähnlich wie eine Speise zur geistlichen Nahrung ausgeteilt wird.


4 Taufbecken - Die Taufe ist das grundlegende Sakrament, da mit ihr der Täufling in die Kirche bzw. in die Gemeinde als Teil des Leibes Christi eingegliedert wird.


5 Grundstein der Kirche - Tag der Grundsteinlegung war der 19.06.1960


6 Heiliger Nikolaus von Tolentino
(Emaille von Hans Beyermann 1983) - Patron der Kirche

Gedenktag 10. September – Darstellung mit weißer Lilie, goldenem Stern und Kreuz
Legenden zufolge hatte ein Engel den zuvor kinderlosen Eltern eine Wallfahrt zum Grabe des Nikolaus von Myra angeraten; aus Dankbarkeit gaben sie dem Sohn den Namen des Heiligen. Nikolaus ließ sich 1255 in den Augustiner-Eremitenorden aufnehmen und wirkte zunächst als Prediger und Beichtvater. 1270 empfing er die Weihe als Priester, 1275 wurde er nach Tolentino geschickt. Nikolaus wurde ein höchst beliebter Prediger und Krankenseelsorger und führte ein Leben in Askese und tätiger Nächstenliebe.


7 Tabernakel - Ort, an dem das übrig gebliebene gewandelte Brot (Eucharistie) aufbewahrt und als Leib Christi verehrt wird. Α und Ω als erster und letzter Buchstabe des griechischen Alphabetes weisen darauf hin, daß Jesus der Anfang / Ursprung und das Ende / die Vollendung ist.


8 Hlg. Maria - Darstellung Jungfrau mit Kind

Gedenktag 1. Januar – Mutter Jesu


9 Hlg. Maria - Nuestra Señora del Pilar (dt. Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler) ist eine Kopie der Statuette der Jungfrau Maria auf einem Pfeiler in Saragossa in Spanien.

Seit 2004 ist die St. Nikolauskirche auch die Heimat der spanischen Mission in Berlin geworden. Die spanische Mission hat diese besonders in Spanien verehrte Darstellung mitgebracht.


10 Hlg. Joseph – Darstellung mit Kerze

Gedenktag 19. März – Bei dieser Darstellung symbolisiert die Kerze Jesus (Licht der Welt) die von Joseph (seinem Vater) beschützt wird.


11 Kummerkreuz – Platz an dem jeder seine Sorgen darbringen kann und die Gemeinde aufgefordert ist alle Sorgen der anderen ins Gebet aufzunehmen.


12 Hlg. Antonius von Padua – (1195-1231)

Patron u.a. für Wiederauffinden verlorener Gegenstände aber auch der der Armen und Sozialarbeiter, der Liebenden und der Ehe, der Frauen und Kinder, der Bäcker, Bergleute, Schweinehirten und Reisenden, der Pferde und Esel; gegen Unfruchtbarkeit, teuflische Mächte, Fieber, Pest und Viehkrankheiten; bei Schiffbruch und in Kriegsnöten, gute Entbindung und eine gute Ernte


13 Kreuzweg – Darstellung des Leidensweg Jesu (Emaille von Hans Beyermann 1982)

mit folgenden Stationen:

- Jesus wird zum Tode verurteilt

- Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

- Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

- Jesus begegnet seiner Mutter

- Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

- Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

- Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

- Jesus begegnet den weinenden Frauen

- Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

- Jesus wird seiner Kleider beraubt

- Jesus wird ans Kreuz geschlagen

- Jesus stirbt am Kreuz

- Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

- Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt


14 Kreuz / Darstellung Jesu als Sieger über den Tod
Altarkreuz der ehem. Barackenkirche


15 Herz Jesus Altar - Mosaik


16 Darstellung des Heiligen Don Bosco

Don Bosco (* 16. August 1815 in Becchi; † 31. Januar 1888 in Turin) war ein italienischer, katholischer Priester und Ordensgründer. Der Rettung der Jugend galt sein Leben. Er richtete in benachteiligten Stadtvierteln Schulen ein, dazu Heime und Ausbildungsstätten. Er wird als Schutzpatron der Jugend verehrt. Gedenktag 31. Januar


17 Beichtstuhl – Ort des Sakramentes der Versöhnung


18 Hungertuch (1998) - Im Mittelpunkt des Hungertuches 1998 steht ein spätmittelalterliches Meditationsbild aus dem Umfeld des Hl. Nikolaus von Flüe; es entstand im 15. Jahrhundert in der Schweiz.

Mittelpunkt des Meditationsbildes ist Christus, umgeben von hellen Strahlen, die auf ihn hinweisen oder von ihm ausgehen: Von Christus aus, der das Haupt ist, wird alles zusammengehalten; von ihm geht alles aus, auf ihn läuft alles zu.

Die sechs Medaillons zeigen in ihrer Abfolge (im Uhrzeigersinn, beginnend unten in der Mitte) die im Neuen Testament berichtete Heilsgeschichte: Von der Verkündigung an Maria bis zur Kreuzigung Jesu, mündend in das Leben der Kirche in der Nachfolge Jesu (hier die Eucharistiefeier). In den Medaillons des alten Meditationsbildes weisen Symbole hin auf die "Werke der Barmherzigkeit" der christlichen Tradition (Mt 25,31-46;Tob 1,17):

- Hungrige speisen
- Durstigen zu trinken geben
- Nackte bekleiden
- Fremde beherbergen
- Gefangene erlösen
- Kranke besuchen
- Tote begraben

Jeweils zwei Medaillons werden von einem Evangelistensymbol berührt: Ausdruck dafür, dass das ganze Bild vom Evangelium her begründet und inspiriert ist.
Die Botschaft dieses spätmittelalterlichen Bildes ist die innere Einheit von Gottes- und Nächstenliebe, von Glaube und sozialem Engagement. Die Hinwendung zu Gott und die Hinwendung zu den Mitmenschen können nicht voneinander getrennt werden, weil sie auseinander hervorgehen: Aus dieser christlichen Glaubenserfahrung lebt auch die Arbeit des Werkes Misereor:

Die neuen Bilder schreiben die Dynamik des alten Meditationsbildes in unsere Gegenwart hinein weiter. Mit den Mitteln unserer Zeit, nämlich eindrucksvollen Fotografien, wird die aktuelle Lebenswirklichkeit von Menschen in der "Einen Welt" ins Bild gebracht. Der lebendige Christus hat nicht nur mit den Geschichten und Handlungen der Vergangenheit zu tun, sondern auch mit der Wirklichkeit unserer heutigen Welt.

Die vier neuen Motive greifen Rahmenbedingungen auf, auf die Misereor immer wieder in seiner Arbeit stößt. Sie sind mitverantwortlich für Ausmaß und Formen von Armut und Ungerechtigkeit, mit denen das konkrete Handeln in der Nachfolge Jesu konfrontiert wird: wirtschaftliche und soziale Ungerechtigkeit, gewaltsame Konflikte, die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und die Benachteiligung der Frauen.
Diese Bilder des Hungertuches stehen daher auch für die "Taten der Gerechtigkeit" - vier aktuelle Herausforderungen und Ziele christlich motivierten Handelns:

- Gerechtigkeit
- Frieden
- Bewahrung der Schöpfung
- Rechte der Frauen

Die "Werke der Barmherzigkeit", angemahnt durch die Symbole des alten Meditationsbildes, und die "Taten der Gerechtigkeit", thematisiert in den Fotos aus unserer Zeit, sind unmittelbar aufeinander verwiesen, notwendig miteinander verbunden.
Das Misereor-Hungertuch 1998 lädt durch seine Komposition dazu ein, über ein Grundthema der christlichen Überlieferung nachzudenken: Das Verhältnis zwischen Liebe und Gerechtigkeit, zwischen Barmherzigkeit und Politik.



19 Orgel - Oft wird die Orgel als die "Königin der Instrumente" bezeichnet. In der Liturgie hat sie vor allem die Aufgabe, den Gesang der Gemeinde zu begleiten und damit die tätige Teilnahme an der Liturgie zu unterstützen. Wenn die Orgel erklingt, spricht daraus eine besondere Festlichkeit.

In der Antike diente die Orgel ursprünglich zur Unterhaltung beim Tanz, weshalb sie für den Gebrauch im Gottesdienst zunächst abgelehnt wurde. Erst im 8. Jahrhundert eroberte sich die Orgel langsam ihre Stellung als das Musikinstrument für die Liturgie schlechthin.

Die Orgel in St. Nikolaus wurde in den Jahren 1972/73 von der Firma Johannes Rohlf aus Neubulach erbaut. Vorbilder für diesen Orgeltyp sind im barocken Orgelbau zu finden. Die Temperierung nach Lampert 1774 ermöglicht eine gute Darstellung spätbarocker und frühklassischer Orgelmusik.

Die Orgel stand 33 Jahre in der reinickendorfer Lutherkirche, ehe sie auf ökumenische Initiativen der evangelischen Luther-Kirchengemeinde und der katholischen Gemeinde St. Martin als Dauerleihgabe nach St. Nikolaus umgesetzt wurde. Die Umsetzung sowie eine grundlegende Reinigung der Orgel wurden durch die Orgelbaufirma Becker durchgeführt.

Vor dieser Orgel standen 2 andere Instrumente in St. Nikolaus. Das erste war eine einmanualiges Instrument mit angehängtem Pedal, das schon in der Barackenkirche stand. 1970 wurde eine » zweimanualige Schuke-Orgel erworben, die 1982 generalüberholt und erweitert wurde (13 Register)


20 Glockenturm

Im 36m hohen, frei stehenden Glockenturm (Campanile) hängen drei Glocken die auf die Töne E – GIS – H gestimmt sind. Die Glocken wurden geweiht auf die Namen:
St. Nikolaus – St. Elisabeth – St. Heinrich.

„Denke an Gott! – Rede mit Gott! – Gehe zu Gott!“